Schiebetuer1
Blogbeitrag,  Reisen im VW Bus

NordCamping Tour Skandinavien – mit CaRo zu den Nordlichtern


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Hamburg

Nachdem wir erfolgreich zwei Winternächte in den Dolomiten getestet hatten, wollten wir es nun richtig wissen und planten unsere nächste Reise nach Skandinavien im Winter. Dafür haben wir den Jahreswechsel 2019/2020 genommen und hatten beide die Möglichkeit unseren Weihnachtsurlaub bis in die zweite Januarwoche auszuweiten.

Schweden, Norwegen, Rentiere und Nordlichter wollten wir sehen!

Unsere Gedanken und Vorbereitungen auf dies Reise könnt ihr im Beitrag: Nach der ersten Reise, ist vor der zweiten Reise lesen.

Am 27.12. war es soweit. Wir waren reisefertig, nervös und wollten los aber ein Utensil fehlte noch. Um auf der Reise tolle Bilder und Filme zu machen, haben wir vor Weihnachten noch eine Drohne bestellt, die aber leider nicht mehr vor den Feiertagen geliefert wurde. Die Paketverfolgung zeigte heute Morgen, dass sie jetzt doch auf dem Auslieferfahrzeug ist und so haben wir beschlossen, zu warten. Gegen 11 Uhr hat Robert den DHL Fahrer in unserem Viertel aufgetrieben und ihm die Drohne direkt am Auto abgenommen.

Um 12 Uhr waren wir auf der Straße und wollten am Abend noch in Hamburg sein.
Das hat auch super funktioniert und wir hatten im Internet einen Campingplatz rausgesucht, der um diese Jahreszeit offen hat. Leider hatte der aber schon zu, als wir gegen 20:30 Uhr in Hamburg ankamen und im Gegensatz zu unseren bisherigen Erfahrungen, waren die Schranken hier leider unten, das Büro dunkel und auch per Telefon niemand erreichbar.

Da standen wir nun. Müde, hungrig und mitten in Hamburg vor einem geschlossenen Campingplatz. Die Umgebung war irgendwie auch nicht so vertrauenserweckend, dass wir uns getraut haben einfach davor stehen zu bleiben und zu schlafen. Also, musste mal wieder das Internet herhalten (eine tolle Erfindung!). Dort haben wir die Wohnmobilhafen Hamburg gefunden. 24 Stunden offen und direkt in der Stadt. Mehr brauchten wir ja auch nicht. Wir wollten nur schnell ein paar Stunden schlafen und ganz zeitig weiter Richtung Norden. Am Wohnmobilhafen angekommen, war das Büro zwar auch dort leer und Schilder sagten, dass alle Stellplätze belegt sind aber dem war nicht so. Wir haben und einen leeren Stellplatz gesucht und uns für die Nacht eingerichtet. Schnell noch ein Käsebrot und ein Glas Wein und ab unters Dach.

Hamburg1
Da bekommt der Begriff „Unter der Brücke schlafen“ nochmal eine andere Bedeutung. 🙂

Malmö

Und weiter ging es. Wach waren wir am Morgen des 28.12. gegen 05:30 Uhr, da es unter der Brücke doch recht laut war und in uns einen gewisse Unruhe herrschte. Wir waren ja erst am Anfang der Reise und auch immer noch in Deutschland.
Aufgestanden, Kaffee gekocht, alle zusammen gepackt und um 07:00 Uhr waren wir wieder auf der Straße.

Unser Plan für die Reise war in Schweden soweit wie möglich nördlich zu fahren, um dann die E8 nach Tromso zu nehmen. Auf dem Weg dorthin wollten wir uns auf jeden Fall Kopenhagen und Stockholm anschauen und dort auch jeweils einen Tag verbringen.

So sind wir also in Hamburg Richtung Dänemark gestartet und haben uns in Flensburg noch einmal mit Lebensmitteln versorgt.
Auf dem Weg durch Dänemark haben wir eine Pause genutzt und unsere neu erstandene Drohne das erste mal fliegen zu lassen. Was für ein Spaß und vor allem, wie ungelenk wir uns doch dabei angestellt haben.

Was uns in den Tagen vor und auch während der Fahrt immer beschäftigt hat, war das Wetter. Die Vorhersage sagte alles in allem für die kommenden Tage in Nordschweden und Norwegen eher Regen und Schnee an als klaren Himmel und Sonne, was für unseren Wunsch Nordlichter zu sehen gar nicht gut war. In ein zwei bis drei Tagen sollten aber ein paar freundliche Tage kommen.
In Kopenhagen sollte es am kommenden Tag regnen. Für Stockholm wurde etwas besseres Wetter prognostiziert, so dass wir beschlossen haben Kopenhagen auf dem Rückweg zu besichtigen und in Richtung Sonne weiter zu fahren.
Wir sind zügig durch Dänemark durchgekommen und haben den First Class Camping in Malmö angefahren. Äußerst freundlich begrüßt durften wir uns einen Stellplatz aussuchen und haben uns häuslich eingerichtet.

Bevor es ganz dunkel wurde, haben wir die Drohne noch einmal fliegen lassen und von oben gesehen, wie schön der Campingplatz liegt.

Drohne3
Malmö

Uppsala

Für den 29.12. stand die Fahrt nach Stockholm auf dem Programm. So sind wir nach Kaffee und nochmaligem Drohnenflug gestartet. Immer wieder hatten wir das Wetter und die Wahrscheinlichkeit Nordlichter zu sehen im Blick, gepaart mit den noch vor uns liegenden Kilometern.

Die Fahrt durch Südschweden war regnerisch aber sehr hübsch. Genauso habe ich mir die Gegend in den Geschichten von Astrid Lindgren immer vorgestellt.

Unterwegs haben wir entschieden, auch an Stockholm vorbeizufahren und auf dem Rückweg anzuhalten, denn wir waren doch sehr getrieben davon, so schnell wie möglich viele Kilometer hinter uns zu bringen.

So sind wir am Abend in Uppsala gelandet und haben den Campingplatz Fyrishov Stugby och Camping angefahren. Dieser liegt direkt hinter einem riesigen Freizeitbad. Leider war es an diesem Abend extrem windig und der Platz nicht beleuchtet. Da es aber eh schon spät war haben wir noch eine Kleinigkeit gegessen und sind dann ins Bett.

Umea

Durch den starken Wind war die Nacht in Uppsala sehr unruhig und wir haben schlecht geschlafen. Morgens um vier haben wir dann beschlossen uns einfach wieder auf den Weg zu machen. Die Wettervorhersage hat Sonne angesagt und somit war die Wahrscheinlichkeit auf tolle Bilder und einen Drohnenflug äußerst gut.

Und wir sollten recht behalten.

Im Coop in Umea haben wir unsere Vorräte aufgefüllt und auch gleich für unser Silvestermenü Lachs und Grünkohl gekauft. Und wieder ein Vorteil beim Reisen im Winter – Tiefgefrorenes hält sich bei Minusgraden wunderbar in der Kiste hinten drauf.

Zurück am Bus hat die Schiebetür nicht richtig geschlossen und so zwei / drei Anläufe gebraucht, bis sie wieder richtig zu war. Noch haben wir uns nicht wirklich was dabei gedacht aber das sollte sich schnell ändern!

In Umea gab es wieder einen First Class Camping, den wir geradewegs angesteuert sind. Bevor wir unseren Stellplatz richtig bezogen haben, den wir uns natürlich wieder aussuchen durften, sind wir noch zum nahegelegenen See gefahren, um im Licht der Abenddämmerung noch ein paar Bilder zu machen.

Zurück auf dem Campingplatz und beim Abendfein machen von CaRo hat unsere Schiebetür wieder nicht richtig funktioniert bzw. erst nach einigen Anläufen geschlossen. Jetzt war es dann doch ein Thema. Unsere Internetrecherche haben gesagt, dass in den meisten Fällen die Zuziehhilfe nicht richtig funktioniert und was man da alles so machen kann.
Auf unserem Spaziergang nach dem Abendessen haben wir auf jeden Fall beschlossen:

Die Schiebetür bleibt zu!

So der Plan!

Jokkmokk

Silvester 2019. Heute wollten wir unbedingt über den Polarkreis.
Aber erst einmal war die morgendliche Startroutine dran. Kaffee, Dach runter, Toilette leeren, alle Dinge im Bus fahrsicher verstauen usw.
Dabei, wie war es anders zu erwarten, haben wir die Schiebetür dann doch noch einmal probiert.
Hmm, nicht so gut. Jetzt schloss sie gar nicht mehr. Wir haben nun alle Tips und Tricks, die wir im Internet gefunden hatten ausprobiert. Zuziehhilfe durchstarten, Sicherungen (erst einmal suchen und dann) checken. Nichts half.
Bei genauerer Betrachtung ist uns aufgefallen, dass die Zuziehilfe auch wunderbar funktioniert und nicht das Problem sein kann. Eher knallt die Tür im vorderen Bereich und schließt dort nicht.
Dann haben wir es gesehen. Der Hebel in der oberen Schiene, der dafür sorgt, dass die Tür vorn zugeht hat nicht richtig funktioniert und die Tür nicht rangezogen. Na, das ist doch dann nicht so schlimm. Beim Schließen ein leichter Druck oben gegen die Tür und schon schloss sie wieder wunderbar.

So der Plan!

Aber jetzt erst mal los, denn der Weg war mal wieder weit und das Wetter ein Traum.
Eisig kalt, glatte Straßen aber strahlender Sonnenschein.

Schnell wurde es dann auch wieder dunkel und der Lichtzauber war vorbei.

Dafür ging es über den Polarkreis. So nördlich waren wir noch nie!

Polarkreis
Pünktlich zu Silvester haben wir den Polarkreis überquert.

In Jokkmokk angekommen mussten wir feststellen, dass unser ausgesuchter Campingplatz geschlossen war. Es war Silvester, später Nachmittag und somit keine Chance noch einen geöffneten Campingplatz zu finden.
Irgendwie waren wir plötzlich ganz froh darüber. Gab es uns doch die Möglichkeit endlich einmal ohne Campinglatz zu übernachten und uns einen schönen Stellplatz zu suchen.
Gesagt, getan. Nahe Jokkmokk an einem See haben wir einen traumhaften Stellplatz gefunden. Mit uns dort noch ein Wohnmobil mit deutschem Kennzeichen und wie sich später herausstellte, eine Familie mit drei Kindern und einem Hund, die fast bis zum Nordkapp waren.

Hier haben wir unsere CaRo Nachtfein gemacht und unseren Silvesterabend mit Dinner eröffnet.

Später am Abend sind wir noch einmal raus in die Kälte, haben einen Spaziergang am See gemacht und auf Nordlichter gehofft. Wir waren doch jetzt über dem Polarkreis und die Nacht war klar. Da musste doch was zu sehen sein…..
Auf jeden Fall war es einfach toll. Klirrend kalt mit minus 17 Grad, der See hat laut geknackt und der Schnee unter unseren Füßen laut geknirscht.
Auch die Familie, die mit uns auf dem Stellplatz war, hat auf Nordlichter gehofft und so haben wir uns zum gemeinsamen schauen und fotografieren getroffen.

Silvester3

Mitternacht haben wir ganz aus der Ferne am anderen Ufer des Sees ein Feuerwerk gesehen und mit unseren Familien telefoniert.

Anschließend sind wir ins Bett unters Dach und waren gespannt, wie wir und CaRo die Nacht bei minus 17 Grad überstehen. Aber wir waren ja gut vorbereitet. Mütze für CaRo und Standheizung für uns.

Neujahr 2020 – Gällivare

So glas klar der Himmel in der Silvesternacht noch war, so verschneit war es am Neujahrsmorgen.
Wir hatten super geschlafen und die Kälte war überhaupt kein Problem.

Heute sollte es weiter nach Tromsö gehen. Oder auf jeden Fall ein ganzes Stück in diese Richtung. Das Wetter allerdings sah nicht nach schneller Reisegeschwindigkeit aus.

Und so war es dann auch. Die Straßen waren tief verschneit und mehr als 50 – 60 kmh konnten wir nicht fahren. Nach 90 km in Gällivare haben wir getankt und das erste mal überlegt, ob das wirklich eine gute Idee ist , bei dem Wetter weiter zu fahren. Aber noch war es früh am Tag und wir wollten es versuchen. Wir wollten auf jeden Fall noch nach Norwegen.

Wir sind langsam weiter und wurden mit unserem ersten Rentier belohnt.

Rentier1

Nach einigen Kilometern wurde das Wetter sogar so gut, dass wir einen kleinen Drohnenflug starten konnten.

Wir haben wieder Mut gefasst, dass es doch eine gute Entscheidung war und haben uns weiter Richtung bewegt.

56 km hinter Gällivare haben wir auf dem Stellplatz Lappeasuando gehalten. Da wir nicht wussten, ob wir für die kommende Nacht einen Campingplatz finden, war es hier eine gute Gelegenheit CaRo noch einmal auf Vordermann zu bringen. Frisches Wasser in den Tank und PortiPotta entleeren. In der Zwischenzeit hat es wieder angefangen heftig zu schneien, so dass es draußen sehr ungemütlich war und wir es schnell hinter uns bringen wollten.

Keine gute Idee, wenn man eine Schiebetür hat, die nicht richtig funktioniert und diese Tatsache bei der Hektik leider auch noch vergisst.

Starker Schneefall, minus 10 Grad, eisiger Wind und uns

fällt die Schiebetür komplett entgegen!

Es hat durch lauter Schock und Wut über unsere Vergesslichkeit fast eine viertel Stunde gedauert, bis wir die Tür wieder so in der Führungsschiene hatten, dass sie einigermaßen geschlossen war.
Eins war ab diesem Zeitpunkt klar:

Die TÜR BLEIBT ZU!

Und dieses mal wirklich!

Wir haben sie von außen mit Klebeband gesichert damit ersichtlich ist, dass sie nicht geöffnet werden soll. Im Innenraum haben wir den Spalt mit Küchenpapier und Klebeband abgedichtet.
Das hieß, auf dem Rest der Fahrt muss alles was in oder aus dem Auto muss, durch Fahrer- oder Beifahrertür. Egal was und egal wie groß.

Erstaunlicherweise hat das recht gut funktioniert. Na klar, war es an der einen oder anderen Stelle nervig aber wir haben uns daran gewöhnt.
Ein, aus meiner Sicht, positiver Nebeneffekt war, dass die nassen und dreckigen Schuhe immer gleich im Fahrgastraum blieben und es im Wohnbereich daher nicht nass wurde.

Schiebetür1
Zwar wieder drin aber undicht

Nach der Aktion waren wir ziemlich entkräftet, haben eine Pause eingelegt, Brotzeit gemacht und eine halbe Stunde geruht.

Wie jetzt weiter? Robert hat auf der Toilette einen jungen Mann getroffen, der gerade aus Norwegen kam und erzählt hat, dass es dort spiegelglatt ist und Eisregen hat. Ein anderer Mann hat wieder gesagt, alles kein Problem, man musst halt vorsichtig fahren. Hmmm….

Wir wollten doch unbedingt nach Norwegen. Wir konnten doch nicht schon aufgeben. Es war doch erst Neujahr und wir hatten noch 12 Tage Zeit.
Also sind wir langsam weiter in Richtung Norwegen. Immer mit der Diskussion um Wetter und Strassenverhältnisse. So lange es schneite war alles gut. Unsere neuen Allwetterreifen machten einen hervorragenden Job und Schneeketten hatten wir ja auch an Bord.

Kurz vor Kiruna allerdings schlug das Wetter wieder um. Es wurde wärmer und es setzte Regen ein. Genau das, was wir jetzt überhaupt nicht gebrauchen konnten.
Eine genauere Wetterrecherche hat uns gezeigt, dass es in Richtung Norwegen in den nächsten Stunden und am kommenden Tag noch schlechter wird.
Es blieb uns nichts anderes übrig als tief betrübt den Rückzug anzutreten und uns wieder in Richtung Gällivare zu bewegen.

Gegen halb sechs waren wir wieder zurück und der, im Internet als offen angezeigte, Campingplatz war zu. Glücklicherweise ist die Inhaberin aber ans Telefon gegangen und hat uns nach Dundret geschickt.

Welche Überraschung, als wir auf ein Skigebiet zufuhren und plötzlich am Fuße eines riesigen Berges standen. Auch hier war die Rezeption schon zu aber wir haben ein Plätzchen gefunden, auf dem wir über Nacht stehen durften.

Hungrig, müde aber doch noch total aufgekratzt vom Tag haben wir erst zu Abend gegessen und sind danach noch ein bisschen auf den Berg spaziert.
Vielleicht gibt es hier und heute Nordlichter?

Wieder zurück hatte der Wind sehr stark zugenommen, so dass es ordentlich gepfiffen und gewackelt hat. Wir haben CaRo zwar noch etwas ausgerichtet (und dabei eine Seiten-Fensterabdeckung wegfliegen lassen) aber es blieb sehr unruhig.
Da es ja bekanntlich immer ein erstes mal gibt, haben wir beschlossen unsere erste Nacht unten zu verbringen.

Ein bisschen hin und her geräumt und gerückt und schon war es gemütlich und warm.

Was für ein Neujahrstag! Willkommen 2020!

Der 2. Januar begann ruhiger und mit neuen Plänen. Wenn wir es nicht nach Norwegen schaffen, musste ein neuer Plan her. Einfach nur wieder zurück fahren fanden wir doof.
So kam uns die Idee die Rückroute über Finnland und Helsinki zu legen. Unsere Besuche in Stockholm und Kopenhagen waren ja auch immer noch offen. So sind wir los und haben in Gällivare aber erst noch einmal getankt und im Coop Lebensmittel gekauft. So richtig froh waren wir mit unserem Plan nicht. Wir hatten ja auch noch Zeit.

Mit unseren Lebensmitteln zurück in der CaRo haben wir uns angeschaut und waren uns ohne Worte einig: Neee, noch nicht zurück.
Als erstes lassen wir mal etwas Ruhe einkehren und bleiben noch einen Tag hier. Wir haben uns offiziell auf dem Campinglatz angemeldet und beschlossen uns ein nettes Eckchen für einen ausführlichen Spaziergang zu suchen. Nachdem wir die vergangenen Tage ausschließlich sitzend im Bus verbracht haben, tat Bewegung richtig gut.

Einige Kilometer entfernt in Porjus haben wir CaRo abgestellt und sind zu Fuß los. Es war kalt aber traumhaft schön. Der See zugefroren, leichter Schneefall und alles ganz leise.

Am späten Nachmittag waren wir wieder zurück an unserer Skipiste und haben eine ausführliche warme Dusche genossen.
Im Anschluss gab es Lachs und Knäckebrot zum Abendessen.

Lachs
Wir lieben es!

Das wir während dessen die Wetter- und Routenunterhaltung hatten, ist wohl klar. Und es war kaum zu glauben. Für Skibotn war die Vorhersage in den nächsten Tagen gar nicht so schlecht und das war auch nicht ganz so weit wie Tromsö.
Wir könnten es also tatsächlich noch nach Norwegen schaffen.

Also, ab ins Bett und morgen früh nichts wie los!

Skibotn oder doch Tromsö?

Um vier Uhr klingelte der Wecker. Wir hatten traumhaftes Wetter auf der Fahrt durch Finnland. Als es hell wurde zeigte sich eine herrliche Landschaft und der strahlend blaue Himmel.

Wir konnten unser Glück kaum fassen. Wer hätte das erwartet.

Und auch die Drohne kam wieder zum Einsatz und zeigte uns die ganze Schönheit von oben.

So aufgeputscht vom guten Wetter und den traumhaften Bildern sind wir in den Fjorden von Norwegen angekommen. Es war erst früher Nachmittag und obwohl es hier jetzt eher regnerisch wurde, wollten wir diesmal nicht wieder aufgeben und sind nicht nach Skibotn abgebogen sondern direkt weiter in Richtung Tromsö gefahren.

Je nördlicher wir gekommen sind, je schlechter wurde das Wetter wieder. Aber das war uns jetzt egal.
Es wurde zwar schon wieder dunkel aber es waren nur noch ein paar Kilometer bis Tromsö und es war noch nicht spät. Wir hatten also Zeit und konnten es ganz in Ruhe angehen.

Und da waren wir!

Tromsö! Wir haben es geschafft!

Im größten Schneesturm sind wir eingefahren und mussten auch gleich über die große bogenförmige Brücke.
Da war die Aufregung wieder da … Kommen wir das rüber? Was ist, wenn wir liegen bleiben und dann auch noch ins Rutschen kommen? Hoffentlich schaffen wir es zu bremsen, wenn notwendig!

Für CaRo aber kein Problem. Sie hat uns ganz brav durch jegliche Wetterverhältnisse bis hier her gebracht also hat sie auch die Brücke mit Leichtigkeit genommen.

Und dann waren wir da.

Mitten in Tromsö, mit CaRo, gesund und munter und ohne Schäden.

Auf Grund des Wetters war uns klar, dass wir die Fahrt gen Süden auf der ersten Strecke nicht mit dem Bus antreten wollten.
Wir sind gleich nach unserer Ankunft ins Touristen Info-Center gegangen und haben dort eine Fähre der Hurtigruten von Tromsö nach Trondheim gebucht.
Boa, waren wir aufgeregt. Mit den Hurtigruten durch die Fjorde. Was für ein Wahnsinn.
Die Fähre, die in der gleichen Nacht noch abgelegt hat, konnte uns nicht mehr mitnehmen und so hatten wir einen Tag Aufenthalt in Tromsö, den wir richtig genossen.

Aber erst einmal mussten wir uns einen Campingplatz besorgen. Das war recht einfach und man sagte uns, am Telefon dass wir bis 20:00 Uhr anreisen dürften. Wir haben den Nachmittag im Ort verbracht, eine Kleinigkeit gegessen und sind durch die Stadt marschiert.

Auf dem Campingplatz haben wir es uns gemütlich gemacht und den Abend mit einem kleinen Spaziergang und der Hoffnung auf Nordlichter ausklingen lassen.
Die Nordlichter ließen sich leider nicht blicken, da der Himmel zu bewölkt war aber der Blick auf die Stadt war wunderschön.

Tromso4
Tromsö bei Nacht

Tromsö

In der Nacht wechselte das Wetter zu Wind, Eis und Schnee und wir wurden am Morgen mit einer eingeschneiten CaRo überrascht. Ein Blick auf das Wetter sagte uns, dass in den nächsten Stunden der Schneesturm noch heftiger werden sollte und so war Eile geboten, denn wir mussten auf dem Weg zum Hafen noch einmal über die Brücke.

Im Schnellverfahren haben wir unsere morgendliche Packroutine abgespult und los ging es.

Wir wollten so schnell wie möglich über die Brücke auf die andere Seite, denn so richtig war uns nicht klar, wie gut die Brücke geräumt und von Schnee und Eis freigehalten wird. Zu glatten Brücken in Norwegen hatten wir eine Menge Videos mit rutschenden Autos gesehen.
Aber alles ging gut. Wir sind sicher an und über die Brücke gekommen, die auch vorbildlich geräumt war.

Es ging weiter zum Hafen, wo wir CaRo gleich am Check-In parken wollten.

Und dann ist es doch noch passiert.

Mitten in Tromsö.

Ein kurzer Moment des Zögerns und Fuß vom Gas nehmen.

Und wir sind kurz vor der Kuppe des kleinen Anstiegs verreckt.

Diese Stelle war nicht geräumt und spiegelglatt.

Sehr elegant haben wir uns mit einer Rückwärtspirouette wieder nach unten bewegt.

Abgesehen von unserer eigenen Panik hat das den Verkehr um uns herum überhaupt nicht gestört. Die Autofahrer haben das sehr gelassen beobachtet, sind seitlich an uns vorbei und als wir endlich in Fahrtrichtung nach unten standen, auch noch kurz vor uns links abgebogen.
Uff … durchatmen und weiter. Es ist nichts passiert. Kein Blech- oder Personenschaden.

Wir haben am Hafen geparkt und uns fertig für einen Stadtspaziergang gemacht. Wir hatten reichlich Zeit, denn es war gerade erst Mittags und Boarding für die Fähre war um Mitternacht.

Wir haben den Tag in der Stadt verbracht. Uns noch ein paar warme Klamotten gegönnt und den stattfindenden Tromsö-Marathon bewundert (zu dem offensichtlich sehr viele deutsche Läufer angereist sind, denn plötzlich wurde um uns herum nur deutsch gesprochen)

Wir sind zu Fuß wieder über die Brücke zurück, vorbei an der nördlichsten Kappelle der Welt weiter zur Seilbahn. Man hatte uns gesagt, dass oben auf dem Berg eine gute Stelle war, um Nordlichter zu sehen. Die fehlten uns ja noch immer noch und heute Nacht wollten wir ja schon wieder den Rückweg antreten ….
Als wir kurz vor der Seilbahn waren fing es wieder so heftig an zu schneien, dass es keinen Sinn gemacht hätte auf den Berg zu fahren. So, sind wir wieder zurück und haben uns ein nettes Plätzchen für eine Pizza gesucht.

In der Pizzeria hat uns eine sehr nette junge Frau bedient, die wir noch einmal gefragt haben wo sie denn hingehen würde, um Nordlichter zu sehen.
Sie erzählte uns von einem kleinen See oberhalb von Tromsö, der in ca. 25 Minuten zu Fuß erreichbar wäre.
Wir hatten gut gegessen, es war gerade mal 19:00 Uhr, auf die Fähre durften wir frühestens um Mitternacht und der Himmel riss gerade auf! Unsere letzte Chance!

Es war ein traumhafter Spaziergang durch verschneite ruhige Straßen, immer mit Blick nach unten auf die Stadt.
Den Tip mit dem See haben wir nicht allein bekommen, denn als wir ankamen standen dort schon verschiedene Gruppierungen und hatten Kameras aufgebaut. Es war einen total nette und gespannte Stimmung.

Werden sich die Nordlichter zeigen?

Und sie taten es!

Glücklich und zufrieden haben wir den Weg zurück zum Hafen angetreten. Bis wir dort waren war es auch schon kurz vor Mitternacht und wir konnten quasi direkt auf der Fähre einchecken und unsere Kabine beziehen.

Bis wir das alles hinter uns hatten inklusive einem kleinen Spaziergang über Deck und durch das Schiff, haben wir es geschafft bis 01:30 Uhr wach zu bleiben und Tromsö vom Schiff aus „Auf Wiedersehen“ zu sagen.

Tromso11
Eine traumhafte Stadt

Jetzt hatten wir 2 Tage auf der Trollfjord durch die Lofoten vor uns.
Es war einfach unbeschreiblich. Eisig kalt, windig aber eine traumhafte Gegend mit wunderbaren Bildern.

Der zweite Tage hielt Dauerregen für uns bereit und wir haben uns nach einem späten, ausgedehnten Frühstück ein Plätzchen mit Aussicht in der Trollhalle gesucht und dieses bis zum Abendessen auch nicht wieder verlassen.
Ein Tag mit Ruhe zum Lesen, Musik hören und den Gedanken freien Lauf lassen tat richtig gut!

Am Morgen des 07. Januar, um 06:00 Uhr hat die Trollfjord in Trondheim angelegt und wir haben uns, endlich wieder auf Rädern, auf den Weg nach Oslo gemacht.

Oslo

Die Fahrt von Trondheim nach Oslo hat doch länger gedauert, als geplant. Aber das geht uns irgendwie immer so.
Wir wurden aber noch einmal mit traumhaften Wetter belohnt und vorbei an Städten wie Lillehammer haben wir die Fahrt sehr genossen.
So langsam wurde uns auch klar, das der Hauptteil unseres Urlaubes schon vorbei war. So richtig fassen uns sortieren konnten wir die vergangenen Tage aber noch nicht.

Jetzt kam aber erst mal Oslo.

Gegen 18:00 Uhr haben wir Oslo und den Campingplatz Bogstad Camping Oslo erreicht.
Nach der langen Fahrt haben wir den Abend ruhig verbracht. Nudeln gekocht, gelesen und bald ins Bett.

Der nächste Morgen begrüßte uns mit Frühlingswetter. Sonnenschein und weit über 10 Grad. Wir haben alles zusammen gepackt und sind zum Sightseeing in die Innenstadt gefahren.

Unser Plan war, sich am Nachmittag weiter Richtung Süden und Kopenhagen zu bewegen, denn da stand unser Besuch ja auch immer noch aus.

Wieder haben wir das Wetter befragt und die Prognosen für die kommenden Tage waren Dauerregen. Sowohl auf dem Weg nach Kopenhagen als auch in Kopenhagen selber. Hmmm…

Wir haben wieder modifiziert und den Plan geändert. Nach den letzten Tagen hatten wir ehrlich gesagt keine Lust im Dauerregen zu fahren oder noch eine Stadt zu besichtigen. Das lief uns ja auch nicht weg.

Wie haben nach kurzer online Recherche für den kommenden Tag die Fähre von Oslo nach Kiel gebucht.

Jetzt stellte sich bei uns doch eine gewisse Traurigkeit ein, dass der Urlaub quasi rum war, denn Ankunft in Kiel hieß, dass wir am gleiche Abend wieder zu Hause sein werden.

Aber so ist es nun mal. Auch der schönste und aufregendste Urlaub geht einmal zu Ende.

Kiel

Die Fähre nach Kiel legte um 14:00 Uhr ab, so dass wir den Vormittag noch in Oslo gestalten konnten und das Wikinger Museum besucht haben.
Es ist schon imposant, was dieses Volk für Schiffe gebaut hat und vor allem, dass sie bei den extrem kalten Temperaturen auch noch auf See waren. Respekt und gut, dass ich kein Wikinger bin.

Wiking2 1

Pünktlich 14:00 Uhr legte die Fähre Color Line nach Kiel ab. Die Dimensionen dieser Fähre waren noch einmal ganz andere als die der Hurtigruten.
Für mich war es das erst mal auf solch einer großen Autofähre mit eigener Einkaufsstraße, Casino und exklusivem Restaurant.

Wir hatten Glück und haben zum Auslaufen in der Bar einen kleinen Tisch am Fenster bekommen. Mit einem Glas Wein und einem Lachstoast haben wir den letzten traumhaften Sonnenuntergang dieser Reise genossen.
Ja, es war eine Portion Wehmut dabei aber auch tiefe Freude über das Erlebte.

Den Abend haben wir bummelnd auf dem Schiff verbracht, noch eine Kleinigkeit gegessen und uns gegen zehn schlafen gelegt.

Pünktlich um 08:00 Uhr, am 10.01. haben wir in Kiel angelegt und unsere Heimreise nach München angetreten.

Nach unspektakulären 10 Stunden Fahrt sind wir zu Hause glücklich und müde angekommen. angekommen

Was soll ich abschließend sagen? Es war einer unser beeindruckendsten Urlaube.
Die Art zu Reisen, die Länder und ihre ganz eigenen ruhigen Atmosphären, die Dunkelheit und das Licht.
Unsere Aufregung und auf der anderen Seite und das totale runterfahren und entschleunigen von uns selbst und der anderen Seite.

Für uns ist klar: wir waren nicht das letzte mal in Skandinavien.
Die Lofoten mit CaRo zu durchqueren steht auf jeden Fall noch auf der Lis
Unsere Besuche in Stockholm und Kopenhagen sind offen und überhaupt noch soooo viele Dinge, die wir nicht gesehen haben!

Auch klar ist, das Wintercamping eines unsere neuen Highlights ist. Nie hätten wir gedacht, dass das im VW Bus so super funktioniert und so viel Spaß macht.

In diesem Sinne ist nach der Reise mal wieder vor der Reise und wir freuen uns schon auf unsere nächsten Trip … Ende Februar … nach Schottland!

Wenn ihr nun wissen wollt, wie man in Schottland eine Drohne crasht, dann seid ihr hier genau richtig.


Achtung Ansteckungsgefahr. 😉
Unsere Berichte, Fotos und Filme haben meine Schwester und ihren Mann so sehr inspiriert, dass sie Edi in ihr Leben geholt haben und nun voller Vorfreude und ganz aufgeregt auf seinen ersten Einsatz warten.

Herzlich Willkommen, Edi und wir freuen uns schon auf eure ersten Geschichten.

Edi
Edi

3 Comments

  • Christoph Bauer

    Hallo,
    wir sind sehr begeistert von Eurem tollen Blog und möchten selber im nächsten Jahr in der Winterzeit nach Skandinavien mit unserem VW-Bus reisen 🙂 Hättet Ihr ggf. noch einen Tipp für uns in Sachen Frisch- und Abwassertank? Wie habt Ihr das damals bei Euch gelöst? Herzlichen Dank und einen guten Rutsch in ein gesundes und glückliches neues Jahr 2022. Viele Grüße von Christoph und Anja

    • CaRo

      Hallo Anja und Christoph,
      es freut mich, dass der Blog euch gefällt. Danke.
      Zum Thema Wasser haben wir nichts weiter gemacht. Bis auf eine Nacht mit ca. minus 17 Grad, lagen die Temperaturen zwischen 1 und minus 3. Da wir jeden Tag unterwegs waren und den Innenraum warm gehalten haben hat das gereicht und ist nicht eingefroren. Abwasser haben wir einfach täglich abgelassen bzw. offen gelassen und Eimerchen drunter.
      Ich wünsche euch viel Spaß bei der Tour. Sie ist immer noch unser Highlight. 😊
      Liebe Grüße und einen guten Start ins neue Jahr!
      Cathi

  • Christoph Bauer

    Hallo,
    wir sind sehr begeistert von Eurem tollen Blog und möchten selber im nächsten Jahr in der Winterzeit nach Skandinavien mit unserem VW-Bus reisen 🙂 Hättet Ihr ggf. noch einen Tipp für uns in Sachen Frisch- und Abwassertank? Wie habt Ihr das damals bei Euch gelöst? Herzlichen Dank und einen guten Rutsch in ein gesundes und glückliches neues Jahr 2022. Viele Grüße von Christoph und Anja

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